| Kritik "Heliane" Trierischer Volksfreund |
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Labsal für die OhrenDas Pfalztheater Kaiserslautern profiliert sich bundesweit mit der "Ausgrabung" rarer Opern aus den 1920er Jahren. Mit Korngolds "Wunder der Heliane" klopfen die Lauterer an die Pforten der ersten Opernliga.
Kaiserslautern. (DiL) Der Wiener Erich Wolfgang Korngold war der letzte große Melodiker der Oper. Und hätten die Nazis die Werke des aus einer jüdischen Familie stammenden Komponisten nicht geächtet, wäre er heute wohl ähnlich populär wie Puccini oder Strauss. 83 Jahre nach der Uraufführung und 22 Jahre nach einem ersten Wiederbelebungsversuch bietet sie eine Fülle von packender, faszinierender, effektvoller und vor allem schlicht schöner Musik.Kein Wunder, dass Korngold nach seiner Emigration in Hollywood als Filmkomponist Karriere machte. der Frau des Herrschers gewinnt. Beide lieben sich, werden zum Tode verurteilt, er entleibt sich, sie holt ihn ins Leben zurück, am Ende entschwinden sie in die Ewigkeit, und der böse Diktator verzweifelt. und ein paar Fragezeichen entgegensetzen. Eine Maschinenhalle, mit Arbeitermassen im Einheitslook, die die Fassade abgeben für expressionistisch übersteigerte Figuren: Das atmet den Geist der Entstehungszeit, bricht die pseudo-religiöse Überhöhung und lässt den Zeitgeist à la "Metropolis" ahnen - mehr ist szenisch wohl auch nicht drin. bereitet und den Zuschauer in Korngolds Klangwelten hineinsaugt. (Dirigent: Uwe Sandner). Zwei stimmlich und darstellerisch herausragende Solistinnen drücken der Aufführung den Stempel auf: Sally du Randt als Heliane (sie sang einst bei den ersten Trierer Antikenfestspielen 1998) und Silvia Hablowetz als kahlköpfige Botin. Derrick Lawrence gibt einen souveränen Herrscher, Norbert Schmittberg bewältigt die mordsmäßig schwere Rolle des Fremdlings respektabel, wenn auch mit einigem Kampf.
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