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Regie: Johannes Reitmeier Bühne: Thomas Dörfler; Kostüme: Anke Drewes
Die Parabel des nach Erlösung suchenden und irrenden Menschen als vielschichtiges Gesamtkunstwerk.
Der Gralskönig Amfortas zog einst aus, um Klingsor, den Gegenspieler der Gralshüter, zu bekämpfen. Doch in dessen Zaubergarten brach Amfortas das Keuschheitsgebot und verlor im Kampf mit Klingsor den heiligen Speer. Zudem trug er eine Wunde davon, die sich nicht mehr schließen will. Es heißt, nur ein reiner Tor, durch Mitleid wissend, könne den Speer zurückgewinnen und Amfortas Erlösung verschaffen. Als der junge, wilde Parsifal unbekümmert in den Gralsbezirk eindringt, meint der weise Ritter Gurnemanz in ihm diesen reinen Tor zu erkennen. Doch Parsifal bleibt von der feierlichen Enthüllung des Grals vollkommen unbeeindruckt. Erst im Kuss Kundrys wird er sich seiner selbst und seiner Mission bewusst. Er stößt die verführerische Kundry, die in Klingsors Macht steht, von sich, gewinnt den heiligen Speer zurück und bringt ihn nach langer Irrfahrt zurück in den Gralstempel. Richard Wagner (1813-1883) griff für sein letztes Bühnenwerk die Gestalt des Gralssuchers Parzival auf, der um 1200 erstmals Held eines Epos von Chrétien de Troyes war und später von Wolfram von Eschenbach dichterisch aufgegriffen wurde. In freier Aneignung verknüpfte der Dichterkomponist mit dieser Parabel des nach Erlösung suchenden und irrenden Menschen verschiedenste Aspekte der christlichen Religion, des Buddhismus und der Philosophie Schopenhauers. Nicht nur der zuvor eng mit Wagner befreundete Friedrich Nietzsche zeigte sich über die religiöse Kehrtwende des Komponisten und die Suggestion von quasireligiösen Ritualen in der Kunst befremdet. Wagners 1882 in Bayreuth uraufgeführtes »Bühnenweihfestspiel« hat in seiner Wirkungsgeschichte bis heute die unterschiedlichsten Deutungen provoziert. Unbestritten ist jedoch die musikalische Kunstfertigkeit der Partitur, in der Harmonik, Melodik und Sprache geradezu verschmelzen zu einem Werk vollendeter Geschlossenheit und doch raffinierter Vielschichtigkeit.
Regie: Johannes Reitmeier Rolle "Bürgermeister": Thomas Dörfler
Das Stück wird im Untertitel als eine »bairische Komödie« bezeichnet und handelt von den »ziemlich Schlauen, die sich für besonders klug halten«. In einer kleinen Stadt hat ein reisender Gaukler zu einer Theateraufführung geladen. Seine bildlichen Suggestionen sind so stark, dass die Zuschauer in der Aufführung Dinge sehen, die gar nicht auf der Bühne sind. Allzu leicht folgen sie der Vision des »kokanischen« Landes, einer Art Schlaraffenland, und ziehen alle bereitwillig ihre Kleider aus, um das »kokanische Gewand« anzuprobieren. Umso böser ist das Erwachen, als sie feststellen müssen, dass sie betrogen wurden und alle Kleider verschwunden sind … Die Musik von »Astutuli« ist vor allem rhythmisch organisiert: Es herrscht rhythmisches Sprechen für Chor und Solisten vor, begleitet von einem kleinen Orchester, in dem neben einer Trompete und einer Tuba ein umfangreiches Schlagwerk verschiedenster Instrumente dominiert. Das Ganze ist ein derb-deftiger Theaterspaß mit Hintersinn in bayerischer Mundart.
Regie: Johannes Reitmeier Bühne: Thomas Dörfler; Kostüme: Micharl D. Zimmermann
Der ägyptische Heerführer Radames nimmt auf einem Feldzug nach Nubien die schöne Aida gefangen. Nicht wissend, dass sie die Tochter des nubischen Königs Amonasro ist, macht er Aida der ägyptischen Prinzessin Amneris zum Geschenk. Aida avanciert alsbald zur Lieblingssklavin der Pharaonentochter, welche in Radames verliebt ist. Dieser hat indes nur Augen für Aida und träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit ihr. Zoser, Radames' leiblicher Vater, hat jahrelang darauf hingearbeitet, dass Radames zum Bräutigam von Amneris erwählt wird. Er versucht deshalb, Aida aus dem Verkehr zu ziehen, doch Aida kann ihren Häschern entkommen. Sie sieht dennoch keine Zukunft für ihre Liebe zu Radames und ermutigt ihn, in die Hochzeit mit Amneris einzuwilligen. Zwischenzeitlich ist Amonasro in Nubien gefangen genommen und nach Ägypten verbracht worden. Im Getümmel des Hochzeitstages gelingt es den Nubiern, Amonasro aus dem Gefängnis zu befreien. Radames ermöglicht Amonasro und Aida die Flucht, doch Aida bleibt bei Radames an Land zurück. Beide werden verhaftet, gegen Radames ergeht Anklage wegen Hochverrats. Aida und Radames werden gemeinsam lebendig begraben.
Regie: Holger Pototzki Bühne: Thomas Dörfler; Kostüme: Tanja Hofmann
Graf Riccardo hält Audienz. Auf der Gästeliste zu einem Maskenball entdeckt er den Namen Amelias, in die er heimlich verliebt ist. Ihr Mann Renato, ein treuer Freund Riccardos, der davon nichts ahnt, warnt ihn vor einer Verschwörung. Als man Riccardo ein Verbannungsurteil gegen die Wahrsagerin Ulrica übergibt, beschließt er, deren Fähigkeiten zu testen. Er belauscht heimlich ein Gespräch Amelias mit der Wahrsagerin und erfährt, dass Amelia seine Gefühle erwidert. Dem Grafen jedoch weissagt Ulrica den Tod durch die Hand eines Freundes. Bei einem nächtlichen Treffen gestehen sich Amelia und Riccardo ihre Liebe. Renato erfährt davon und schließt sich den Verschwörern an. Der Maskenball wird zum Schauplatz des Anschlags: weil er nicht weiß, dass Riccardo ihn nicht hintergehen, sondern sich von Amelia verabschieden will, erdolcht Renato den Grafen. Sterbend beteuert dieser die Unschuld Amelias und verzeiht seinem Freund. Verdis 1859 in Rom uraufgeführte Oper »Un ballo in maschera« basiert auf einem Libretto von Eugène Scribe, das den Stockholmer Königsmord von 1792 mit einer erfundenen Liebesgeschichte verbindet. Die Zensurbehörde zwang Verdi, die Handlung in ein anderes Land zu verlegen. Inzwischen spielt man auch wieder die ursprüngliche, so genannte »Schwedische Fassung«. »Un ballo in maschera« besticht durch seine überwältigend farbige Instrumentierung und eine abwechslungsreiche musikalische Gestaltung, die in enger Verbindung mit der jeweiligen dramatischen Situation steht.
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